Alltagsgedanken zur Datensicherung

Backup-Lösung / Online-Speicher für den Fotografen

Als Fotograf wird man irgendwann feststellen, dass die Festplatte im Rechner von der Speichergröße her nicht mehr ausreicht. Vermutlich werden einige denken, schließe ich eine weitere externe Festplatte an meinen Computer an und lagere ich doch direkt mein gesamtes Fotoarchiv auf diese eine externe Festplatte aus. Wer sich damit zufrieden gibt, lebt gefährlich. Was ist, wenn die Festplatte mit den geliebten Fotos das zeitliche segnet. Alles verloren?

 

Jeder Fotograf sollte sich daher über mindestens eine zweite Datensicherung Gedanken machen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich schaffe mir eine zweite externe Festplatte an und kopiere in regelmäßigen Abständen meine neuen Bilder auf die zweite Platte. Mit der Zeit ist dies recht mühsam, denn erstens nimmt mit der Zeit die Größe des Fotobestandes immer weiter zu und zweitens weiß man nach einiger Zeit nicht mehr, in welchen Ordnern bzw. an welchen Bildern ich in der letzten Zeit gearbeitet habe. Folglich wird man immer den gesamten Datenbestand an Fotos auf die zweite Platte kopieren. Unpraktisch und Zeit ist ein kostenbares Gut.

 

Eine bessere Möglichkeit bieten NAS-Systeme (Network Attached Storage) oder falls es der eigene Rechner softwaretechnisch anbietet die Einrichtung eines Raid-Systems (Redundant Array of Independent Disks). Für die meisten Amateurfotografen bietet sich ein NAS-System mit zwei Festplatten mit identischer Größe an bzw. der Anschluß von zwei gleich großen externen Festplatten am Rechner. Auf beiden richte ich einen Raid 1 Verbund ein.

 

Raid 1 was? RAID 1 ist der Verbund von mindestens zwei Festplatten. Ein Raid 1-Verbund speichert auf allen Festplatten die gleichen Daten (Spiegelung) und bietet somit volle Redundanz (Ausfallsicherheit).  Nochmals übersetzt heißt das Ganze, der Rechner liest und schreibt Daten (u.a. Fotos) auf einer Festplatte und das NAS-System bzw. die Raid-Software/Controller spiegelt permanent diese Daten automatisch auf der 2. Festplatte. Auf beiden Festplatten liegen immer die identischen Daten. Fällt eine Festplatte aus, sind die Daten auf der anderen Festplatte weiterhin vorhanden. Ein gewisses minimales Restrisiko bleibt, falls beide Festplatten gleichzeitig ausfallen sollten.

 

NAS-Systeme werden bspw. von den Firmen Synology, Western Digital oder QNAP angeboten. Das Festplattendienstprogramm auf dem MAC bietet softwareseitig die Möglichkeit ein Raid 1 Verbund zu betreiben. Ob Windows dies auch anbietet, weiß ich akutell nicht.

 

Was ist, wenn wie oben beschrieben das Restrisiko eintritt?

Damit wurde ich unerwartet in der letzten Zeit konfrontiert, weil mein MAC plötzlich und mir bis heute aus unerklärlichen Gründen die Verbindung zu den externen Festplatten verloren hatte und auch nicht mehr herstellen wollte. Kabelwechsel, hoch und runterfahren, nichts half. Komischerweise liefen beide Platten an meinem älteren langsamen Windows-Laptop. Über diesen habe ich auf eine dritte Festplatte erst einmal mühsam über eine USB 2 Verbindung die Fotosammlung rüber kopiert. Hat ja nur 2 Tage voller Ungewissheit gedauert. OK, auf der 3. Platten war eine Sicherung aller Fotos drauf, allerdings von Ende 2014, ein Jahr hätte gefehlt. Die dritte Platte lagere ich extern, für den Fall, dass durch Einbruch oder Feuer das eigene Heim auch unerwartet betroffen sein sollte.

 

Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, es muss ein weiteres Backup geben. Ein Freund hat mir Crashplan empfohlen, ein us-amerikanischer Clouddienst bzw. Online-Speicher. Man bekommt hier für recht wenig Geld (ca. 50 €) unbegrenzten Speicherplatz.  Ich nutze in kleinem Maße zwar auch die Dienste von Dropbox, Google und iCoud, aber das Vertrauen in die amerikanischen Anbieter wurde bekanntermaßen durch Herrn Snowden nicht unbedingt gestärkt. Ich wollte nicht wirklich meinen gesamten Fotobestand und weitere Daten nur auf US-Servern liegen haben.

 

Nach einem weiteren Tip und eigener Recherche bin ich dann auf das norwegische Unternehmen Jottacloud gestoßen.

Jottacloud bietet 5GB kostenlosen Speicherplatz und bereits für monatlich 7,50 € bzw. 75,- € für ein 1 Jahr im voraus ebenfalls unbegrenzten Speicherplatz. Die Daten werden verschlüsselt übertragen und in Norwegens größtem Rechenzentrum gespeichert.  Norwegen liegt in Europa und zumindest gefühlt weit weg von den USA.  Die Daten unterliegen den norwegischen Datenschutzbestimmungen.

 

Zur Anmeldung reicht der Name und eine Email-Adresse und nach dem Softwaredownload und Installation kann Jottacload sofort genutzt werden. Die Website ist auf Englisch, nach Anmeldung und Softwareinstallation ist, siehe da, auch alles auf Deutsch verfügbar. Jottacloud bietet sowohl den Backup bzw. Synchronisation von Verzeichnissen/Ordnern zwischen Rechner und der Cloud an und das parallel zum laufenden Raid-System. Der Zugriff, Up- und Download ist zusätzlich auch vom Tablet oder Smartphone per App möglich. Zusätzlich kann ich Daten/Fotos auch auf Jottacloud archivieren (=kein automatisches Backup bzw. Synchronisation). Jottacloud bietet ebenso per Freigabelink den Zugriff für Freunde/Familie auf Verzeichnisse bzw. Dateien an.

 

Natürlich benötigt der Upload des Fotoarchives aufgrund der Datenmenge einige Zeit, aber zumindest habe ich nun die zusätzliche Sicherheit vor einem kompletten Festplattenausfall bei mir Zuhause.

 

Jottacloud findet ihr unter: www.jottacloud.com